4-Stufen-Methode: klassische oder moderne Variante für den AdA-Schein?

Die Vier-Stufen-Methode kann Inhalt der Ausbildereignungsprüfung sein.

schriftliche AEVO-Prüfungsfragen

Die schriftlichen Ausbildereignungsprüfungen bei den IHKs bestehen meist aus etwa 70 so genannten programmierten Prüfungsaufgaben: Die Prüflinge erhalten Prüfungsfragen mit Auswahlantworten zum Ankreuzen bzw. zum Anklicken.

Bei den Handwerkskammern (HwK) müssen die Ausbilder im schriftlichen AEVO-Prüfungsteil offene Fragen beantworten. Das bedeutet, dass die Ausbilder ihre Antworten zu den AEVO-Prüfungsfragen frei formulieren müssen. Das ist für die meisten Prüflinge schwieriger, als nur die richtigen Auswahlantworten anzukreuzen bzw. anzuklicken.

Hier finden Sie wichtige Detail-Infos zu den AEVO-Prüfungsfragen.

praktische Ausbildereignungsprüfung

Der praktische Teil der Ausbildereignungsprüfung wird umgangssprachlich auch mündliche AdA-Prüfung genannt (Ausbildung der Ausbilder).

Die mündliche Ausbildereignungsprüfung besteht aus zwei Teilen:

  • aus einer Präsentation oder einer ‘Unterweisung‘. – ‘Unterweisung’ ist der umgangssprachliche Begriff für den offiziellen Begriff, den die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) verwendet, nämlich ‘Durchführung einer Ausbildungssituation’. – Ich empfehle allen Ausbildern dringend, die Unterweisung zu wählen. – Hier finden Sie die Gründe, weshalb Sie sich bei der Ausbildereignungsprüfung für die Unterweisung entscheiden sollten.
  • Der zweite Teil der Ausbildereignungsprüfung ist das Fachgespräch. Im Fachgespräch sollen die Ausbilder “die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation” erläutern.

Die mündliche Teil der Ausbildereignungsprüfung soll nicht länger dauern als 30 Minuten.

Leider sind bislang etwa 12% aller Ausbilder bei der Ausbildereignungsprüfung durchgefallen, und zwar ganz, ganz überwiegend im mündlichen Prüfungsteil. – Um das “Bei der Ausbildereignungsprüfung durchgefallen” zu vermeiden, sollten Sie vorab ein paar entsprechende Erfahrungsberichte lesen.

 

Bei der Unterweisung kommt es zunächst auf den Lern-Inhalt an!

Für die Unterweisung kommen eigentlich nur zwei der zahlreichen Unterweisungsmethoden infrage:

  • das Lehrgespräch – Das Lehrgespräch wird auch als fragend erarbeitende Methode bezeichnet.
  • die 4-Stufen-Methode (auch: “Vier-Stufen-Methode”)

Wann ist – von diesem zwei Unterweisungsmethoden – die 4-Stufen-Methode angemessen und nicht etwa das Lehrgespräch? 

Es kommt auf das Feinlernziel und damit auf den Lerninhalt an!

Das Lehrgespräch soll – auf jeden Fall innerhalb der Ausbildereignungsprüfung – für kognitive Lerninhalte bzw. kognitive Feinlernziele verwendet werden. Kognitive Lerninhalte sind solche, die auf Wissen und Kenntnisse abzielen.

Für psychomotorische Lerninhalte bzw. psychomotorische Feinlernziele gilt – zumindest innerhalb der Ausbildereignungsprüfung – die 4-Stufen-Methode als unbedingt erforderlich.

Mitunter herrscht (auch bei manchen Dozenten von AEVO-Prüfungsvorbereitungskursen und bei manchen IHK-Prüfern!) Unklarheit, ob bestimmte Lerninhalte kognitiver oder psychomotorischer Art sind.

Alle wesentlichen Wissensinhalte, die Sie für Ihre Ausbildereignungsprüfung brauchen, sind in meiner AEVO-Lernkartei enthalten. – Sehen Sie hier zum Beispiel eine von mehr als zwanzig Lernkarten, die sich um das Thema ‘Lernziele‘ drehen. Hier geht es um die drei Lernbereiche kognitiv, affektiv und psychomotorisch.

Lernkarte zu den drei Lernbereichen - zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung

Auszug aus der eMail einer Dame, die die mündliche Ausbildereignungsprüfung leider nicht geschafft hatte: 

“… Ich werde bei der Wiederholungsprüfung nicht mehr die 4-Stufen-Methode anwenden. Die Literatur scheint sich wohl auch nicht einig zu sein, in welchen Fällen diese Methode die richtige ist. Zum Ausfüllen von Formularen wird teilweise ausgeführt, dass das kein psychomotorischer Inhalt sei, andere Quellen sagen, dass das Ausfüllen von Formblättern per 4-Stufen-Methode gemacht werden soll. …”

weitere Berichte zu Ausbildereignungsprüfung nicht bestanden

 

Die vier Stufen der Vier-Stufen-Methode

Die Bezeichnungen für die vier Stufen sind plausibel und lassen sich gut einprägen. Auch die Bedeutung zu jeder der vier Stufen kann man leicht erklären. 

Wichtig ist jedoch der Unterschied zwischen der klassischen Vier-Stufen-Methode und der modifizierten Vier-Stufen-Methode. – Die Erklärung finden Sie weiter unten.

Meine AEVO-Lernkartei deckt alle Lerninhalte ab, die Sie für das Bestehen Ihrer Ausbildereignungsprüfung brauchen! Von den insgesamt 380 Lernkarten gibt es unter anderem mehr als zehn Lernkarten, die sich auf die 4-Stufen-Methode beziehen, zum Beispiel diese hier:

 

Welche Lern-Inhalte sollen denn nun durch die 4-Stufen-Methode vermittelt werden? 

Welche Lern-Inhalte sollen in der AEVO-Prüfung / AdA-Prüfung vermittelt werden? 

  • Die Vier-Stufen-Methode (als eine von recht vielen Unterrichtsmethoden) wird in der Literatur durchgängig als Methode ausschließlich für psychomotorische Inhalte dargestellt.
  • Die 4-Stufen-Methode soll verwendet werden, wenn der Lernende einen bestimmten Bewegungsablauf erlernen soll. Mund- und Zungenformung beim Sprechen und die Feinmotorik der Hand beim Schreiben wird der Auszubildende bereits in der Schule gelernt haben …
  • Das Ausfüllen-Können eines Formulars enthält im Normalfall keine psychomotorische Lerninhalte. (theoretische Ausnahme: Der Azubi soll die Buchstaben und Ziffern so perfekt schreiben lernen, dass sogar eine schlechte Klarschriftlese-Software die Buchstaben einwandfrei erkennen kann. Und das auch noch von der vierten Durchschreibe-Kopie.)
  • Die 4-Stufen-Methode sollte in der modernen Variante angewendet werden: die ‘modifizierte 4-Stufen-Methode’

Wer im praktischen Teil seiner Ausbildereignungsprüfung bei der Wahl der Ausbildungsmethode falsch entscheidet, wird wohl auch im anschließenden Fachgespräch erhebliche Probleme bekommen!

Alle wesentlichen Inhalte, die in der Ausbildereignungsprüfung abgefragt werden,
habe ich in meiner AEVO-Lernkartei behandelt.
Sehen Sie hier eine weitere Karte zur 4-Stufen-Methode:

Viele fachliche Details für Ihre AEVO-Prüfung finden Sie innerhalb der AEVO-Lernkartei, zum Beispiel zur 4-Stufen-Methode.

 

Was ist das Besondere der modifizierten Vier-Stufen-Methode?

Die modifizierte 4-Stufen-Methode erfordert schon in Stufe 2 (‘Vormachen und Erklären’) eine aktive Einbeziehung des Azubis, insbesondere durch Fragen, ggf. auch durch Tun: Der Ausbilder lenkt dabei den Auszubildenden quasi wie eine Marionette. Das Fragen-Beantworten und das Tun durch den Azubi haben zwei entscheidende Vorteile:

  • höhere Motivation des Auszubildenden,
  • wirkungsvolleres Vorbereiten auf das dann folgende Nachmachen- und Erklären-Können.

Das ist auch die Begründung, weshalb das rein passive Verhalten des Auszubildenden in Stufe 2 (Vormachen und Erklären durch den Ausbilder = Zuschauen und Hinhören durch den Auszubildenden) bei der klassischen 4-Stufen-Methode nicht mehr als angemessen gilt!

Sofern Sie sich innerhalb Ihrer Ausbildereignungsprüfung für die Vier-Stufen-Methode entscheiden, sollten Sie sie in der modifizierten Version durchführen, also nicht in der klassischen Variante!

Egal, ob Sie im ersten Teil Ihrer praktischen Prüfung die Vier-Stufen-Methode vorführen oder nicht: Sie sollten diese Unterweisungsmethode auf jeden Fall erklären können, denn die Prüfer werden Sie wahrscheinlich im folgenden Fachgespräch danach befragen … wie auch zu einigen weiteren Unterweisungsmethoden.

 

Wie unterscheidet sich die 4-Stufen-Methode vom Lehrgespräch?

Die moderne Variante der 4-Stufen-Methode unterscheidet sich bei den Stufen 1, 2 und 3 eigentlich nicht vom Lehrgespräch! Aber die Vorgehensweise in Stufe 4 ist völlig anders.

Nachdem einem Azubi beim Lehrgespräch der kognitive (oder ggf. der affektive) Lerninhalt vermittelt wurde, zum Beispiel das Ausfüllen eines Formulars, dann sollte abschließend in einer Erfolgskontrolle geprüft werden, ob der vermittelte Lerninhalt bei Lernenden tatsächlich auch ‘angekommen’ ist. Selbst wenn der Lernende die Erfolgskontrolle bestanden hat, ist es erforderlich, dass er den Lerninhalt schon möglichst sofort in der Praxis anwendet, um ihn zu festigen. – Deshalb wird innerhalb der Ausbildereignungsprüfung (praktischer Teil) von den Prüfern darauf geachtet, dass der Prüfling auch einen Impuls für den Praxistransfer setzt. – Hinweis: So sieht zum Beispiel der AEVO-Bewertungsbogen bei der IHK  Essen aus.

Bei der 4-Stufen-Methode kann es erst sehr viel später eine Erfolgskontrolle geben; denn für psychomotorische Lerninhalte ist es typisch, dass sie vielfach eingeübt werden müssen. Deshalb wird die vierte Stufe der Vier-Stufen-Methode häufig auch mit ‘Üben, Üben, Üben’ bezeichnet.

Das kann an einem einfachen Beispiel nachvollzogen werden: Stellen Sie sich bitte vor, jemand versucht Ihnen beizubringen, wie man kegelt oder wie Sie die Kugel beim Bowlen halten und auf die Bahn setzen sollten. Selbst wenn Sie das schon beim anschließenden Nachmachen einigermaßen gut hinbekommen: Um dauerhaft wirklich gut kegeln / bowlen zu können, müssen Sie üben, üben, üben. – Dieses Beispiel können Sie ggf. innerhalb Ihrer mündlichen AdA-Prüfung unterbringen …

 

Tipps sowohl fürs Lehrgespräch, als auch für die Vier-Stufen-Methode

Sie erinnern sich: Das Lehrgespräch wird auch als ‘fragend erarbeitende Methode’ bezeichnet.

Die folgenden Tipps zur richtigen Ausbildungsmethode gelten sowohl für kaufmännische als auch für gewerbliche Berufe – für das Lehrgespräch, als auch für die 4-Stufen-Methode:

  1. Überlegen Sie sich für Ihre Unterweisung bei der Ausbildereignungsprüfung zunächst mehrere Lerninhalte, die Sie selbst perfekt beherrschen und die für den betreffenden Ausbildungsberuf typisch sind! Wählen Sie also keinen Lerninhalt, in dem Sie sich selbst noch nicht so sattelfest fühlen!
  2. Entscheiden Sie sich dann für einen aus Prüfer-Sicht attraktiven Lerninhalt. Denn erfahrungsgemäß neigen Prüfer dazu, ‘primitiv’ erscheinende Lerninhalte subjektiv schlechter zu bewerten, obwohl der Inhalt bei der Bewertung gar keine Rolle spielen darf. (Die Bewertungen durch die IHK-Prüfer haben natürlich auch einiges mit Psychologie zu tun …)
  3. Anschließend erstellen Sie einen detaillierten Unterweisungsentwurf …
  4. und führen Sie hierzu rechtzeitig vor Ihrer Ausbildereignungsprüfung mindestens eine Generalprobe mit einem Azubi durch, der den betreffenden Lerninhalt noch nicht kennt.

Bitte seien Sie sich bewusst, dass es auch beim schriftlichen Teil der Ausbildereignungsprüfung einige Fragen zum Lehrgespräch und zur Vier-Stufen-Methode geben wird. – Abgesehen davon, dass Sie beim Fachgespräch innerhalb Ihrer mündlichen Ausbildereignungsprüfung ebenfalls einiges zu den verschiedenen Unterweisungsmethoden sagen können sollten …

 

Was würden Sie antworten?

Ein Ausbilder hatte mich einmal Folgendes zur Unterweisung gefragt:

… ich habe inzwischen meinen Unterweisungsentwurf zur Vier-Stufen-Methode erstellt. Allerdings bin ich mir zu einigen Punkten noch unsicher. Was halten Sie von folgender Vorgehensweise?

“Hallo, Frau …, wie ich Ihnen letzte Woche angekündigt hatte, wollen wir heute eine kleine Unterweisung durchnehmen.

Ich hoffe, Sie hatten ein erholsames Wochenende und fühlen sich fit für die jetzige Unterweisung.

Unser Kollege, Herr Lanzenspietz, hatte Ihnen ja bereits einen ersten Überblick in unseren Bereich ‘Druckvorstufe’ gegeben. In dieser Woche werde ich mit Ihnen verschiedene Formulare besprechen, die für den Produktionsablauf sehr wichtig sind.

Es geht jetzt um das “Ausfüllen einer Dekorspezifikation von Kronenkorken”. Sie sehen hier dieses Formular (Das hänge ich vergrößert an die Pinnwand.)

Am Ende der Unterweisung werden Sie dieses Formular selbstständig und korrekt ausfüllen können.

Sie hatten ja in den Abteilungen Wareneingang und Einkauf bereits mit Materialien und Lacken zu tun. Diese finden nun auch in diesem Formular. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir die Unterweisung positiv abschließen werden.”

Ich würde gerne wissen, wie ich in Stufe 3 und Stufe 4 den Azubi motivieren und loben kann. Ich finde das richtig schwer.

Was würden Sie diesem Prüfling antworten,
um den AdA-Schein auch wirklich zu bekommen?

Ich hatte darauf hingewiesen, dass dieser Ausbilder mit der 4-Stufen-Methode die falsche Ausbildungsmethode gewählt hatte. Richtig wäre hier das Lehrgespräch!

Wenn ein Prüfling für den mündlichen Teil seiner Ausbildereignungsprüfung die falsche Unterweisungsmethode wählt, wird das ein K.-O.-Kriterium sein: Ausbildereignungsprüfung vermutlich nicht bestanden.

 

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Falls Ihnen die obigen Ausführungen zur Vier-Stufen-Methode noch nicht reichen und Sie auch innerhalb Ihres AdA-Kurses nicht umfassend darüber informiert sein sollten, dann nutzen Sie doch

Dieser AEVO-OnlineKurs deckt alle wesentlichen Inhalte und in gut verständlicher Weise ab, die Sie für das Bestehen Ihrer Ausbildereignungsprüfung brauchen.

Gleichzeitig habe ich in diesem AdA-Vorbereitungskurs alle Inhalte weggelassen, die für das Bestehen der Ausbildereignungsprüfung unwichtig sind.

 

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