Ausbilderschein – Einzelfragen

Überblick zum Ausbilderschein

  • Was ist ein Ausbilderschein?
  • Was bedeutet “Ausbilderschein IHK”?
  • Gibt es einen Unterschied, ob man den Ausbilderschein bei einer IHK oder einer HwK (Handwerkskammer) erwirbt?
  • Wer braucht den Ausbilderschein?
  • Kann man zur Ausbildereignungsprüfung zugelassen werden, wenn man keine abgeschlossene Berufsausbildung hat?
  • Bei welcher IHK kann / darf man die Ausbildereignungsprüfung ablegen?
  • Wird man zur praktischen Prüfung auch dann eingeladen, wenn man den schriftlichen Prüfungsteil nicht bestanden hat?
  • Sind die Ergebnisse der praktischen AdA-Prüfung von der Tageszeit abhängig?
  • Wie häufig darf man die Prüfung zum Ausbilderschein wiederholen?
  • Darf man Auszubildende einstellen und ausbilden, sofern man noch keinen Ausbilderschein hat?
  • Welchen persönlichen Nutzen hat man als Angestellter vom Ausbilderschein?
  • Wie gut sind die IHK-Seminare, die auf den Ausbilderschein vorbereiten?
  • Fehlen wichtige Stichworte für Sie?  >  Nutzen Sie bitte die FAQ-Seite!

 

Was ist ein Ausbilderschein?

Ausbilderschein und AdA-Schein sind zwei verschiedene Begriffe, die dasselbe meinen.

Der so genannte Ausbilderschein ist der umgangssprachliche Begriff für den Nachweis über den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO).

Den Ausbilderschein bekommt man, sofern man die Ausbildereignungsprüfung bestanden hat. – § 5 AEVO: “Über die bestandene Prüfung ist jeweils ein Zeugnis nach den Anlagen 1 und 2 auszustellen.”

In Anlage 1 zur AEVO geht es nur um die Aussage “Bestanden”; siehe Abbildung: Ausbilderschein Variante 1:

Anlage 1 zur AEVO: AdA-Scehin

 

In Anlage 2 zur AEVO geht es darum, mit welchen Ergebnissen (Prozent-Punkte und Noten) die Ausbildereignungsprüfung bestanden wurde; siehe Abbildung, Ausbilderschein, Variante 2:

Anlage 2 zur AEVO, AdA-Schein

 

Und so sieht der Ausbilderschein / das Prüfungszeugnis der IHK Köln aus, Variante 1:

AdA-Prüfungsurkunde 'Ausbilderschein'

 

Was bedeutet “Ausbilderschein IHK”?

Typischerweise wird die Ausbildereignungsprüfung vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt.

Handwerksmeister legen die Ausbildereignungsprüfung typischerweise im Rahmen ihrer Meisterprüfung (als Teil IV) bei einer Handwerkskammer (HwK) ab.

So genannte Industriemeister legen die Ausbildereignungsprüfung typischerweise vor einer IHK ab.

“Ausbilderschein IHK” ist ein Begriff, der häufig im Internet verwendet wird, ohne dass es hierzu eine spezielle Definition gibt. Sofern die Begriffskombination ‘Ausbilderschein IHK’ überhaupt bewusst verwendet wird, ist damit vermutlich der Ausbilderschein gemeint, den man nach bestandener Ausbildereignungsprüfung bei einer IHK erhält.

Der Ausbilderschein wird von manchen IHKs unmittelbar im Anschluss an den praktischen (mündlichen) Teil der Ausbildereignungsprüfung ausgehändigt, andere IHKs schicken ihn kurze Zeit später per Post.

Auf Antrag wird der Ausbilderschein von der IHK / HwK auch in englisch und in französisch ausgestellt. (§ 56 Abs. 1 Satz 2 BBiG regelt die entsprechende Anwendbarkeit des § 37 Abs. 3 auf Fortbildungsprüfungen.) Die Kosten hierfür betragen zum Beispiel bei der IHK Köln jeweils 26,00 EUR.

 

Gibt es einen Unterschied, ob man den Ausbilderschein bei einer IHK oder einer HwK (Handwerkskammer) erwirbt?

Aus rechtlichen Gründen nein, aus Gründen der Prüfungs-Schwierigkeit ja!

Die Rechtsgrundlage ist grundsätzlich dieselbe: die “Ausbildereignungsverordnung” (AEVO).

Für die Handwerkskammern gibt es die “Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen III und IV im Handwerk und in handwerksähnlichen Gewerben (Allgemeine Meisterprüfungsverordnung – AMVO)”, die inhaltlich an die Vorgabe der AEVO angepasst ist.

Das Prüfungsverfahren zum Ausbilderschein ist jedoch unterschiedlich: Die IHKs verwenden in der schriftlichen Prüfung überwiegend so genannte ‘Programmierte Fragen’ / ‘Multiple Choice Fragen’: zum Ankreuzen. Die Handwerkskammern stellen dagegen offene Fragen, die von den Prüflingen mit selbst formulierten Texten beantwortet werden müssen. 

 

Wer braucht den Ausbilderschein?

Grundsätzlich muss jeder Ausbilder, der gegenüber der IHK (oder einer anderen ‘zuständigen Stelle’, zum Beispiel Handwerkskammer) verantwortlich ist, seine entsprechende Eignung nachweisen.

Von diesem Nachweis sind die Angehörigen der ‘freien Berufe’ (Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten, usw.) befreit. [Anmerkung: Es wird offenbar unterstellt, dass die Angehörigen der freien Berufe die betreffende Eignung mit der Geburt erworben haben; deshalb müssen sie sich nicht der Ausbildereignungsprüfung unterziehen ….]

Die §§ 6 und 7 AEVO enthalten Hinweise, unter welchen Umständen auf den Nachweis durch die Ausbildereignungsprüfung ganz oder teilweise verzichtet werden kann.

Insbesondere Fachwirt-Absolventen brauchen nach dieser Regelung lediglich an der ‘praktischen’ (= mündlichen) Ausbildereignungsprüfung teilzunehmen. – Es gibt weitere Fälle, in denen sogar weder die schriftliche, noch die praktische Prüfung als Nachweis über den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung erforderlich sind.

Viele fachlichen Details für Ihren AdA-Schein,
u. a. zur fachlichen Eignung der Ausbilder,
finden Sie innerhalb der AEVO-Lernkartei:

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Ist für die Umschulung eines Mitarbeiters der Ausbilderschein erforderlich?

Fallbeschreibung:

  • Ausbildung des Umschülers innerhalb eines Betriebes in Wuppertal – mit zweijähriger Dauer zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel (= anerkannter Ausbildungsberuf)
  • Übergeordneter Kostenträger der Umschulung ist die Deutsche Rentenversicherung; begleitender Träger ist ein privatwirtschaftlicher Weiterbildungsträger.
  • Der Umschüler besucht die Berufsschule in Wuppertal.
  • Das Ausbildungsverhältnis ist bei der IHK Wuppertal eingetragen.
  • Die widerrufliche Zuerkennung der Eignung für den betreffenden Ausbildungsberuf liegt vor.

Fragestellung: Benötigt der Ausbilder für diese Umschulung den Ausbilderschein? – Die IHK Wuppertal und die IHK Düsseldorf, Außenstelle Velbert, machen hierzu unterschiedliche Aussagen.

Antwort: Ja, Begründung:

Das BBiG regelt in §§ 55 ff die Umschulung. Nach § 60, letzter Satz, gelten die §§ 27 bis 33 BBiG entsprechend.

§ 28 (1) 2 BBiG: “Auszubildende darf nur ausbilden, wer persönlich und fachlich geeignet ist.”

§ 1, Satz 1 AEVO: “Ausbilder und Ausbilderinnen haben für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach dieser Verordnung nachzuweisen.” 

§ 4 (1) Satz 1 AEVO: “Die Eignung nach § 2 ist in einer Prüfung nachzuweisen.” Das ist im Normalfall der Ausbilderschein.

Viele fachlichen Details für Ihren AdA-Schein,
u. a. zur persönlichen und fachlichen Eignung der Ausbilder,
finden Sie innerhalb der AEVO-Lernkartei:
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Kann man zur Ausbildereignungsprüfung zugelassen werden, wenn man keine abgeschlossene Berufsausbildung hat?

Ja!

Früher war die abgeschlossene Berufsausbildung eine Zulassungsvoraussetzung für die Ausbilderprüfung, aber es gab auch gewisse Ausnahmeregelungen. – Heute ist eine abgeschlossene Berufsausbildung keine Voraussetzung mehr!

 

Bei welcher IHK kann / darf man die Ausbildereignungsprüfung ablegen?

In Deutschland gibt es 79 IHKs.

Es besteht eine klare Regelung, welche IHK im Einzelfall für die Abnahme der Ausbildereignungsprüfung zuständig ist:

  • entweder die IHK des IHK-Geschäfts-Bereiches, in dem der Prüfling wohnt
  • oder die IHK des IHK-Geschäfts-Bereiches, in dem der Prüfling beschäftigt ist
  • oder die IHK des IHK-Geschäfts-Bereiches, in dem der Veranstalter der Vorbereitungsmaßnahme (AEVO-Päsenzseminar oder AEVO-OnlineKurs) seinen Geschäftssitz hat.

In dem einen Extremfall ist für alle drei Fälle nur eine einzige IHK zuständig, im anderen Extremfall sind es drei verschiedene IHKs, zwischen denen der Prüfling wählen kann.

 

Wird man zur praktischen Prüfung auch dann eingeladen, wenn man den schriftlichen Prüfungsteil nicht bestanden hat?

Vorab: Stimmen Sie sich darauf ein, dass Sie auch den schriftlichen Teil zum Ausbilderschein bestehen!

Wenn überhaupt, fällt jemand durch die praktische Prüfung durch. Aber auch das muss nicht sein, sofern man sich konsequent auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereitet hat. – Eine gute Vorbereitung ist sogar innerhalb von nur etwa 30 Stunden (alles in allem!) möglich!

Die Einladung zur praktischen Prüfung werden Sie auch dann erhalten, falls Sie den schriftlichen Teil der Ausbildereignungsprüfung nicht bestanden haben sollten. – Ggf. wiederholen Sie nur den Teil der Prüfung, den Sie nicht bestanden hatten.

Erfahrungen von Prüflingen zur AdA-Prüfung

 

Sind die Ergebnisse der praktischen AdA-Prüfung von der Tageszeit abhängig?

Es gibt eine wissenschaftlichen Untersuchung zweier renommierter Universitäten (Columbia University, Ben Gurion-University) über die Milde bzw. die Strenge von Richtern in Strafprozessen: Morgens und nach der Mittagspause werde relativ milde geurteilt. Die Urteile fielen morgens zu 65% zugunsten der Beschuldigten aus, kurz vor der Mittagspause fast nur noch zum Nachteil der Beschuldigten. (Quelle: WDR, Sendung ‘hart aber fair’ vom 20. April 2015)

Eine praktische / mündliche AEVO-Prüfung ist zwar kein Strafprozess, aber die AEVO-Prüfer könnten einmal darüber reflektieren, ob auch ihre Entscheidungen dem Phänomen dieser ‘Kantinenstudie’ entsprechen. Der DIHT könnte eine entsprechende Untersuchung durchführen.

 

Wie häufig darf man die Prüfung zum Ausbilderschein wiederholen?

Zweimal, es sind also insgesamt drei Versuche möglich. – Infos zu AdA-Prüfung nicht bestanden.

 

Darf man Auszubildende einstellen und ausbilden, sofern man noch keinen Ausbilderschein hat?

Ja, auf Antrag, sofern die zuständige Stelle (also insbesondere die IHK) zustimmt.

Die IHK wird in einem solchen Fall aber die Auflage machen, dass der Ausbilderschein vom betreffenden Ausbildenden oder Ausbilder bis zu einem bestimmten Termin vorgelegt wird.

Die Frist ist generell so bemessen, dass die betreffende Person sich bis dahin ohne zeitlichen Druck auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereiten kann, zum Beispiel durch eines der herkömmlichen Präsenzseminare oder durch Teilnahme an einem AEVO-OnlineKurs (mit deutlich geringerem Zeit- und Kostenaufwand).

Sie können Teile eines AEVO-OnlineKurs gratis nutzen.

 

Welchen persönlichen Nutzen hat man als Angestellter vom Ausbilderschein?

Wer bei einer Bewerbung um eine neue berufliche Tätigkeit auch den Ausbilderschein vorlegen kann, weist insoweit seine berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation nach.

Diese Qualifikation ist nicht nur sinnvoll für die Ausbildung von Auszubildenden, sondern auch für die Mitwirkung bei Weiterbildungs- (Fortbildungs-)Maßnahmen.

 

Wie gut sind die IHK-Seminare, die auf den Ausbilderschein vorbereiten?

Diese Frage lässt sich hier genauso wenig beantworten, wie man allgemeine Aussagen zu den privaten Unternehmen machen kann, die ebenfalls Seminare zur Vorbereitung auf den Ausbilderschein anbieten …

Aber Sie sollten die Möglichkeit wahrnehmen, Teile meines AEVO-OnlineKurses kostenfrei zu nutzen. Sofern Sie sich mit meinem AEVO-OnlineKurs vorbereiten, brauchen Sie hierfür nur 24 bis 32 Stunden!

 

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