AdA-Schein bzw. Ausbilderschein

Sie wollen in Kürze Ihren AdA-Schein bzw. Ausbilderschein machen?

Dann sind Sie auf dieser Webseite richtig, denn hier finden Sie alle Informationen, die Sie in diesem Zusammenhang interessieren werden. Außerdem erfahren Sie auf dieser Webseite , wie Sie sich bei der Vorbereitung auf Ihren AEVO-Schein viel Zeit und Energie ersparen können!

Zunächst ein paar Infos zur Begriffsklärung. Gleichzeitig lernen Sie damit ein paar fachliche Details kennen, die Sie für Ihre Ausbildereignungsprüfung brauchen.

Durch den AdA-Schein bzw. Ausbilderschein weisen Sie Ihre berufs- und arbeitspädagogische Eignung nach. 

 

Das Berufsbildungsgesetz verlangt nur die passenden Eignungen

Seit 1969 wird in der Bundesrepublik Deutschland die berufliche Bildung gesetzlich geregelt, und zwar durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Berufliche Bildung ist der Oberbegriff von vier Teilbereichen. Das ist unter anderem in § 1 BBiG festgelegt:

  • Berufsausbildungsvorbereitung
  • Berufsausbildung
  • berufliche Fortbildung
  • berufliche Umschulung

Berufsausbildung – Wer darf ausbilden?

§ 28 (1) BBiG bestimmt unter anderem, unter welchen Voraussetzungen jemand ausbilden darf. Neben der persönlichen Eignung ist auch die fachliche Eignung der Ausbilder erforderlich. 

Die fachliche Eignung setzt sich zusammen aus

  • den berufs-fachlichen sowie
  • den berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Ausbilder weisen ihre berufs-fachliche Eignung typischerweise durch ihren eigenen Ausbildungs-Abschluss in dem Beruf nach, in dem sie ausbilden wollen.

§ 30 (5) BBiG bestimmt, “… dass der Erwerb berufs- und arbeitspädagogischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gesondert nachzuweisen ist.” 

 

Die AEVO verlangt den Nachweis der Eignung durch die Ausbildereignungsprüfung

Die in § 30 (5) BBiG angesprochene Rechtsverordnung heißt offiziell “Ausbilder-Eignungsverordnung” (AEVO). Die aktuelle Version der AEVO gilt seit 2009.

§ 4 (1) AEVO verlangt, dass “die (berufs- und arbeitspädagogische) Eignung … in einer Prüfung nachzuweisen …” ist.

Für diese Prüfung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Die üblichen Bezeichnungen sind Ausbildereignungsprüfung, AEVO-Prüfung, Ausbilderprüfung und Ausbildungsprüfung.

Häufig wird auch der Begriff  ‘AdA-Prüfung’ verwendet. ‘AdA’ steht dabei für ‘Ausbildung der Ausbilder’.

Seit einigen Jahren gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen mehr, um an der AEVO-Prüfung teilzunehmen. – weitere Details zur Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO)

Die allermeisten der etwa 90.000 Prüflinge pro Jahr legen ihre Ausbildereignungsprüfung bei einer IHK ab. Der kleinere Teil der Prüflinge legt die AEVO-Prüfung bei einer Handwerkskammer (HwK) ab.

 

AEVO-Prüfungsurkunde

Wer die Ausbildereignungsprüfung bestanden hat, erhält eine entsprechende Prüfungsurkunde, nämlich das Prüfungszeugnis.

Das AEVO-Prüfungszeugnis wird umgangssprachlich als AdA-Schein bzw. Ausbilderschein bezeichnet, manchmal auch als AEVO-Schein oder Ausbildereignungsschein.

Muster eines Ausbilderscheins:

Den AdA-Schein erhält man jeweils in zwei Versionen:

  • Die eine Version bestätigt lediglich das Bestehen der AdA-Prüfung.
  • Die andere Version macht auch Angaben über die Ergebnisse der schriftlichen und der praktischen Ausbildereignungsprüfung. 

 

unterschiedlich schwierige Teile in der AEVO-Prüfung

schriftliche AEVO-Prüfung

Die allermeisten IHKs führen die Ausbildungsprüfung im Multiple-Choice-Verfahren durch. Das bedeutet, dass Sie ‘nur’ die richtigen Lösungsalternativen anzukreuzen brauchen. In den Ausbildereignugnsprüfungen der IHKs werden jeweils zwischen 68 und 72 AEVO-Prüfungsfragen gestellt. 

Erfahrungsgemäß ist ein Durchfallen bei der schriftlichen Ausbildereignungsprüfung deshalb kaum möglich, sofern Sie deutsch formulierte Texte gut verstehen. – Bei den Handwerkskammern müssen die schriftlichen Prüfungsfragen mit eigenen Formulierungen beantwortet werden. Das ist deutlich schwieriger.

Sowohl für die Ausbilderprüfungen bei den IHKs als auch bei den HwKs haben die Ausbilder-Prüflinge maximal 3 Stunden Zeit. Diese Zeit ist für die allermeisten Ausbilder absolut ausreichend. 

Ein Teil der Inhalte, die bei der schriftlichen AdA-Prüfung abgefragt werden, sind auch Gegenstand der mündlichen AdA-Prüfung.

praktische bzw. mündliche Ausbildereignungsprüfung

Die praktische AEVO-Prüfung wird umgangssprachlich auch als mündliche AEVO-Prüfung bezeichnet. Sie besteht aus

  • einer Präsentation plus einem anschließenden Fachgespräch oder
  • einer ‘Unterweisung’ plus einem anschließenden Fachgespräch. (Der offizielle Begriff ‘Durchführung einer Ausbildungssituation’ ist dermaßen sperrig, dass der frühere offizielle Begriff ‘Unterweisung’ auch heute noch verwendet wird.)

Der Ausbilder darf bestimmen, ob er die Präsentation oder die Unterweisung wählt. – Es gibt mehrere wichtige Gründe, warum sich die Ausbilder unbedingt für die Unterweisung entscheiden sollten.

Anders als bei der schriftlichen AdA-Prüfung liegen die Ergebnisse bei der mündlichen AdA-Prüfung weit auseinander:

  • Sofern man die AdA-Prüfung (insgesamt) nicht besteht, dann wegen der mündlichen Prüfung.
  • Andererseits kann man im Gegensatz zur schriftlichen Prüfung im mündlichen Prüfungsteil durchaus sogar die Note “sehr gut” erhalten!
    .
    Das bedeutet, dass die Prüfer speziell im praktischen Teil herausfinden können, wie gut sich ein Prüfling vorbereitet hat –  oder wie gut das betreffende AdA-Seminar war, an dem dieser Ausbilder teilgenommen hatte!

 

Wie läuft die mündliche AEVO-Prüfung ab?

Sofern Sie sich für die Unterweisung entschieden haben (siehe vorheriger Absatz), führen Sie zunächst ein Lehrgespräch durch oder einen Unterricht nach der 4-Stufen-Methode. Entscheidend für das Eine oder Andere ist der zu vermittelnde Lerninhalt:

Sofern es sich beim Lerninhalt überwiegend um einen Wissensinhalt handelt, ist das Lehrgespräch die richtige Methode. Die 4-Stufen-Methode kommt für überwiegend handwerkliche Inhalte in Frage. – In beiden Fällen müssen Sie insbesondere ein richtig formuliertes Feinlernziel nennen und zum Schluss eine Lernerfolgskontrolle durchführen.

Wichtig ist in beiden Fällen auch, dass Sie in Ihrem Unterricht möglichst viele öffnende Fragen an den Azubi stellen und den Lerninhalt mit ihm insofern fragend erarbeiten. – Ihr Unterricht darf zwischen zehn und 15 Minuten dauern.

In manchen IHKs und manchen HwKs stellt sich Ihnen ein Mitglied der Prüfungskommission als Azubi zur Verfügung. In anderen IHKs bzw. HwKs dürfen Sie Ihren Azubi mitbringen. Es ist natürlich einfacher, einen guten Unterricht mit einem Auszubildenden durchzuführen, mit dem man diesen Teil der AdA-Prüfung vorab durchspielen konnte! 

Detail-Informationen zu Lehrgespräch und 4-Stufen-Methode

AEVO-Prüfungsfragen im Fachgespräch

Im Anschluss an Ihre Unterweisung folgt das Fachgespräch. Dabei stellen Ihnen die Prüfer mehrere Fragen, die geeignet sind, um mit Ihnen in ein fachliches Gespräch zu kommen. Es soll sich dabei also nicht um eine bloße Abfragerei handeln. § 4 (3) AEVO gibt nämlich unter anderem vor: “Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im Fachgespräch zu erläutern.” – Als “Ausbildungssituation” gilt die zuvor gezeigte Präsentation oder die zuvor gezeigte Unterweisung.

Detail-Informationen zum Fachgespräch

Die Gesamtdauer für Ihre Unterweisung und für das Fachgespräch darf nicht länger als 30 Minuten sein.

Übrigens: Fachwirte brauchen sich im Normalfall nur der mündlichen AEVO-Prüfung zu unterziehen. Details zur mündlichen AEVO-Prüfung von Fachwirten

 

Wie geht es nach der mündlichen AdA-Prüfung weiter?

Im Anschluss an das Fachgespräch werden Sie gebeten, den Prüfungsraum zu verlassen. Jetzt beraten die Prüfer das Ergebnis Ihrer mündlichen AdA-Prüfung. – Ihr Unterweisungsentwurf darf übrigens nicht bewertet werden!

Danach werden Sie wieder in den Raum hineingebeten, weil Ihnen die Prüfer nun das Prüfungsergebnis mitteilen wollen. Normalerweise erfahren Sie auch erst jetzt das Ergebnis Ihrer schriftlichen AdA-Prüfung.

Die Prüfer gratulieren Ihnen zu Ihrer bestandenen Ausbildereignungsprüfung. Sie erhalten zunächst nur ein inoffizielles Papier, in dem festgehalten ist, dass Sie Ihre AEVO-Prüfung bestanden haben, und auch mit welchen Ergebnissen. (Nur in ungefähr jedem siebten oder achten Fall teilt die Prüfungskommission dem Prüfling mit, dass er die AdAPrüfung leider nicht bestanden hat. Der Grund hierfür liegt in fast allen Fällen im mündlichen Prüfungsteil.)

Ein paar Tage später erhalten Sie von Ihrer IHK bzw. von Ihrer HwK den offiziellen Bescheid per Post: die beiden AdA-Scheine / AEVO-Prüfungszeugnisse.

Gründe für ‘in der Ausbildereignungsprüfung durchgefallen’

 

Haben Sie sich schon für einen bestimmten Ausbilderkurs entschieden?

Zunächst sollten Sie wissen, dass Sie der Prüfungskommission überhaupt nicht nachweisen müssen, dass Sie zur AEVO-Prüfungsvorbereitung an irgend einem AdA-Kurs teilgenommen haben!

Es gibt immer wieder einmal Ausbilder, die sich lediglich durch das Lesen eines AdA-Buches und mit Hilfe der von mir empfohlenen AEVO-Lernkartei erfolgreich auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereitet hatten.

Aber es ist sehr zu empfehlen, an einem Seminar zur Vorbereitung auf den Ausbilderschein teilzunehmen!

Alternativ zu den klassischen Ausbilderkursen (als Präsenzveranstaltung) können Sie an einem der zahlreich angebotenen AdA-OnlineKurse teilnehmen. – Hier finden Sie unter anderem eine ausführliche Darstellung der überzeugenden Vorteile des von mir empfohlenen AEVO-OnlineKurses

 

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