AdA-Schein: Fachaufsichtsbeschwerde gegen IHK

AEVO-Prüfungsteilnehmer fühlte sich ungerecht bewertet

Mein Seminarteilnehmer hatte meinen Textvorschlag für den Widerspruch gegen sein Prüfungsergebnis noch mit ein paar Kleinigkeiten angereichert, die aber nach meiner Einschätzung nicht relevant sind. Mein Textvorschlag beruhte auf drei Begründungen.

Textvorschlag für den Widerspruch, siehe “Auch die IHK Köln wollte das AdA-Prüfungsprotokoll zunächst nicht herausrücken.

Die IHK Köln hatte seinen Widerspruch in allen Teilen abgelehnt.

Auszug aus der Widerspruchs-Ablehnung (wörtlich):

“Die Gewichtung einzelner Prüfungsleistungen, wie hier der schriftliche und der praktische Teil der Ausbilder-Eignungsprüfung, ist verbindlich und abschließend in der Verordnung zu regeln. Enthält diese keine ausdrücklichen Gewichtsregelungen, sind alle Prüfungsleistungen gleich zu gewichten. Bestehen Prüfungsleistungen jedoch aus mehreren unselbstständigen Teilleistungen, wie vorliegend die praktische Prüfung, ist die Gewichtung dieser einzelnen Teilleistungen dem Prüfungsausschuss vorbehalten.(Fettdruck nur hier auf der Webseite)

Ich halte die fett gedruckte Formulierung der IHK für eine absichtlich falsche Aussage, die jedoch beim Prüfling den Eindruck erwecken soll, als würde sie rechtskonform sein. – Von dieser IHK kam schon einmal ein ‘abenteuerlicher’ Ablehnungsbescheid.

zum Vergleich: Die folgende Abbildung ist entnommen aus “Infos zur schriftlichen und mündlichen Ausbildereignungsprüfung” der IHK Düsseldorf:

Abbildung ist entnommen aus "Infos zur schriftlichen und mündlichen Ausbildereignungsprüfung" der IHK Düsseldorf:

Da eine Klage vor dem Verwaltungsgericht mit sehr viel Arbeit und mit Kostenrisiko verbunden ist und ich – als verantwortlicher Dozent des AEVO-Prüfungsvorbereitungsseminars – mit betroffen bin, habe ich gegen den Ablehnungsbescheid der IHK Köln eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht. Ich habe mich dabei auf den gewichtigsten Punkt konzentriert, nämlich die ungleichgewichtige Bewertung. (Stand: Oktober 2019)

Die Fachaufsichtsbeschwerde hat folgenden Inhalt:

 

An die Rechtsaufsichtsbehörde der IHK Köln gem. § 11 Abs. 1 IHKG i.V.m. § 2 Abs. 1 IHKG NW:
Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
Berger Allee 25
40213 Düsseldorf.

Guten Tag,

ich lege hiermit eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die IHK Köln ein. Begründung:

Die IHK Köln bewertet innerhalb der Ausbildereignungsprüfungen nach AEVO die Präsentation / Durchführung einerseits und das Fachgespräch (Prüfungsgespräch) andererseits mit 60 : 40. – Beweis: Screenshot vom offiziellen Bewertungsbogen der IHK Köln:

Die Ungleichgewichtung ist rechtswidrig. Begründung:

  • Die AEVO 2009 sieht für die praktische Prüfung eine maximale Dauer von 30 Minuten vor, und zwar für die Präsentation / Durchführung und das Fachgespräch. Beide Teile zusammen sollen maximal 100 Prozent-Punkte ergeben.
  • Es gibt keine explizite Regelung für eine ungleiche Gewichtung für die Präsentation/ Durchführung und das Fachgespräch.
  • Wenn die AEVO eine ungleiche Gewichtung beabsichtigt hätte, wäre das entsprechend geregelt worden, also in der Weise, wie es die Regelungen zu gestreckten Abschlussprüfungen oder Fortbildungsverordnungen vorsehen: Berufspädagogik, Paragraph 11 bzw. Fachwirte für Versicherungen und Finanzen, Paragraph 8.
  • Weil es keine AEVO-Regelung zu einer ungleichen Gewichtung gibt, kann eine Kammer nicht einfach eine willkürliche Regelung erfinden.
  • Wortlaut § 4 (3) AEVO:

Der praktische Teil der Prüfung besteht aus der Präsentation einer Ausbildungssituation und einem Fachgespräch mit einer Dauer von insgesamt höchstens 30 Minuten. Hierfür wählt der Prüfungsteilnehmer eine berufstypische Ausbildungssituation aus. Die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten. Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im Fachgespräch zu erläutern. Anstelle der Präsentation kann eine Ausbildungssituation auch praktisch durchgeführt werden.

.

Kurz danach hatte ich den Text ergänzt

Guten Tag,

ich ergänze meine Argumentation um folgenden Punkt:

Die IHK Köln begrenzt die Prüfungsdauer für die Präsentation bzw. die Durchführung auf 10 Minuten (Die meisten anderen IHKs begrenzen die Dauer auf 15 Minuten.) und gibt – richtig – eine Gesamtdauer von 30 Minuten für die gesamte praktische AEVO-Prüfung (Präsentation bzw. die Durchführung plus Fachgespräch) an.

Unabhängig von meiner vorherigen Begründung zur Rechtswidrigkeit der Bewertung ist es zudem absurd, den 10-minütigen Prüfungsteil mit 60% und den doppelt so langen Prüfungsteil nur mit 40% zu bewerten.

Auszug aus dem Leitfaden der IHK Köln:

Auszug aus dem Leitfaden der IHK Köln:

Fundstelle: …. 

Ich bitte Sie, mir den Eingang dieser erweiterten Fachaufsichtsbeschwerde zu bestätigen.

Mit besten Grüßen
Reinhold Vogt

 

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