Ausbildereignungsprüfung – übersichtlich dargestellt

wichtige Infos zur Ausbildereignungsprüfung

Etwa 90.000 Prüflinge unterziehen sich in Deutschland pro Jahr der Ausbildereignungsprüfung bei den IHKs.

Hinzu kommen noch die Prüflinge, die die Ausbildereignungsprüfung im Rahmen ihrer Meisterausbildung als Teil IV bei den Handwerkskammern (HwK) ablegen.

Die Durchfaller-Quote bei den IHKs liegt bei etwa 12%. Der größte Teil der Durchfaller scheitert an der praktischen Prüfung. – Detail-Infos zu Ausbildereignungsprüfung nicht bestanden

 

Welche Eignung brauchen die Ausbilder nach BBIG?

  • § 29 BBiG verlangt die persönliche Eignung der Ausbilder.
  • Die fachliche Eignung der Ausbilder ist in § 30 BBiG geregelt.

Details siehe folgende Absätze:

 

Was ist unter persönlicher Eignung zu verstehen?

Viele fachliche Details für Ihren AdA-Schein,
u. a. zur persönlichen Eignung, finden Sie innerhalb der 
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Was ist unter fachlicher Eignung zu verstehen?

Nach § 30 BBiG setzt sich die fachliche Eignung aus einer beruflichen Eignung und einer berufs- und einer arbeits-pädagogischen Eignung zusammen, siehe Diagramm:

Diese Unterlage stammt aus dem AEVO-OnlineKurs der AEVO-Experten. Sie können mehrere Teile diese AEVO-OnlineKurs kostenfrei nutzen.

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Welches ist die Rechtsgrundlage für die Ausbildereignungs-Prüfung?

§ 30 (5) BBiG besagt, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung durch Rechtsverordnung bestimmen kann, dass die berufs- und arbeitspädagogischen Eignung nachzuweisen ist: Der Erwerb berufs- und arbeitspädagogischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten ist nachzuweisen.

Das zuständige Bundesministerium hat davon Gebrauch gemacht: Die erste Version der AEVO wurde 1972 erlassen. Sie regelte erstmalig die berufs- und arbeitspädagogische Qualifizierung der Ausbilder in Deutschland, und zwar für die gewerbliche Wirtschaft. Rechtsgrundlage für die AEVO war damals § 21 Berufsbildungsgesetz von 1969. (Die aktuelle Version des BBiG der stammt von 2009.)

Im Handwerk sind die Bestimmungen der AEVO jetzt in die Meisterprüfungsordnung integriert.

 

Was versteht die AEVO unter der berufs- und arbeitspädagogische Eignung?

Nach § 2 Ausbildereignungsverordnung umfasst die berufs- und arbeitspädagogische Eignung die Kompetenz zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Berufsausbildung in vier so genannten Handlungsfeldern. – vergl. Modell der vollständigen Handlung

Die vier Handlungsfelder werden wie folgt bezeichnet: 

Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen. – Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken. – Ausbildung durchführen. – Ausbildung abschließen.

 

Wodurch können Sie Ihre Ausbildereignung nachweisen?

§ 4 AEVO regelt, dass die Ausbildereignung nach § 2 Ausbildereignungsverordnung in einer Prüfung nachzuweisen ist. Gemeint ist die so genannte Ausbildereignungsprüfung. Die Ausbildereignungsprüfung wird auch Ausbilderprüfung oder AdA-Prüfung genannt. (AdA = Ausbildung der Ausbilder)

Die Ausbildereignungsprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. (Die praktische Prüfung wird umgangssprachlich als mündliche Prüfung bezeichnet.)

Die Ausbildereignungsprüfung ist bestanden, wenn jeder Prüfungsteil mindestens mit der Note ausreichend bewertet wurde.

Für die Abnahme der Ausbildereignungsprüfung richtet die zuständige Stelle einen speziellen Prüfungsausschuss ein. Die so genannten ‘zuständige Stelle’ ist die IHK oder die Hwk.

Anders als bis vor 2009 gibt es inzwischen keine Zulassungsvoraussetzungen mehr für die Teilnahme an der Ausbildereignungsprüfung.

Die Ausbildereignungsprüfung ist beim Handwerk als Teil IV in die Meisterprüfung integriert worden.

 

Wie sieht der schriftliche Teil der Ausbildereignungsprüfung aus?

Die schriftliche Prüfung soll drei Stunden dauern.

Im schriftlichen Teil der Ausbildereignungsprüfung sind fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern der Ausbildung zu bearbeiten. Fallbezogene Aufgaben werden auch als handlungsorientierte Aufgaben bezeichnet. 

Die Prüfungsaufgaben bestehen bei den meisten IHKs aus Multiple-Choice-Aufgaben mit meist fünf Antwort-Alternativen. Die Anzahl der richtigen Lösungen wird jeweils mit angegeben. Die Bewertung erfolgt nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip: Eine Aufgabe wird nur dann als richtig bewertet, wenn alle richtigen Lösungen erkannt wurden.

Der schriftliche Teil der Ausbildereignungsprüfung wird bei den meisten IHKs am PC- oder mit dem Tablet durchgeführt.

Bei den Handwerkskammern (HwK) wird der schriftliche Prüfungsteil noch immer in Form von offenen Fragen durchgeführt. Die AdA-Prüfungsfragen dort müssen die Prüflinge mit eigenen Formulierungen beantworten. (Gleiches gilt auch noch für die IHK Hannover.)

 

Wer braucht nicht am schriftlichen Teil der Ausbildereignungsprüfung teilzunehmen? 

Absolventen von bestimmten IHK-Fortbildungsprüfungen können sich auf Antrag vom schriftlichen Teil der Ausbildereignungsprüfung befreien lassen.

Voraussetzung ist jedoch bei manchen IHKs, dass die Fachwirt-Urkunde zum Zeitpunkt der AdA-Prüfung nicht älter als fünf Jahre ist. – Zitat aus einer eMail an mich von Januar 2019:

“Laut IHK Düsseldorf ist die Frist nach dem Fachwirtstudium nach 5 Jahren abgelaufen. Die IHK Duisburg sagt aber, dass es dort keine Frist gibt und ich lediglich das Zeugnis einreichen muss.”

Hintergrund-Info: In bestimmten Fällen kann ein Prüfling aussuchen, bei welcher IHK er die AdA-Prüfung ablegen will.

Folgende Fachwirt-Arten gehören zu diesen IHK-Fortbildungsprüfungen:

Bank- , Industrie- , Handels- und Tourismusfachwirte, Technische Fachwirte, Veranstaltungsfachwirte, Versicherungsfachwirte, Verkehrsfachwirte, Wirtschaftsfachwirte, Fachwirte für Büro- und Projektorganisation oder für Güterverkehr & Logistik oder im Sozial- und Gesundheitswesen oder für Versicherungen und Finanzen – spezielle Infos für Fachwirte

 

Wie sieht der praktische Teil der Ausbildereignungsprüfung aus?

Der praktische Prüfungsteil besteht aus der Präsentation einer Ausbildungssituation oder aus einer Unterweisung und einem Fachgespräch.

Unterweisung ist der frühere Begriff, der auch noch heute weit verbreitet ist. – Die aktuelle Ausbildereignungsverordnung formuliert: eine Ausbildungssituation praktisch durchführen. Anders formuliert: Durchführung einer Ausbildungssituation.

Inhalt des Fachgesprächs: “Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im Fachgespräch zu erläutern.”

Die Präsentation oder die Unterweisung soll 15 Minuten nicht überschreiten.

Die praktische Prüfung (Präsentation oder Unterweisung plus Fachgespräch) darf insgesamt höchstens 30 Minuten dauern.

spezielle Info zur Präsentation oder Unterweisung: Wer darf wählen?

Hinweis: Der praktische Teil der Ausbildereignungsprüfung wurde bei einigen IHKs und HwKs jahrelang rechtswidrig durchgeführt. Es ist nicht auszuschließen, dass einige Prüfungsausschüsse die Ausbildereignungsprüfung noch immer nicht rechtskonform durchführen. 

Hinweis: Etwa 12% der Prüflinge scheitern am praktischen Teil der Ausbildereignungsprüfung. Lesen Sie hier ein paar Erlebnisberichte zur nicht bestandenen AEVO-Prüfung‘.

 

Wie hoch sind die IHK-Kosten für die Ausbildereignungsprüfung?

Die IHK-Gebühren haben sehr unterschiedliche Höhen. Für die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildereignungsprüfung verlangt zum Beispiel die IHK Berlin nur 90 EUR, die IHK Essen dagegen 300 EUR. (Stand: Juli 2018)

Für Fachwirte, die lediglich an der praktischen Prüfung teilnehmen, werden jeweils geringere Gebühren berechnet.

Hier finden Sie wichtige Besonderheiten einiger IHKs

 

Müssen Sie an einem Vorbereitungskurs zur Ausbildereignungsprüfung teilgenommen haben?

Nein, es gibt keine Rechtspflicht, dass Sie sich mit Hilfe eines Seminars auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereiten. Sie müssen also auch nicht die Teilnahme an einer solchen Maßnahme nachweisen.

Seltsamerweise fragen die meisten IHKs jedoch in ihren Anmeldeformularen, an welcher Vorbereitungsmaßnahme ein Prüfling teilgenommen hat. Diese Frage ist jedoch rechtlich problematisch, weil sie für die Prüfungsdurchführung nicht relevant ist. Es könnte sogar sein, dass die Prüfer dazu neigen, Prüflinge ohne Teilnahme an einem Ausbilderseminar unbewusst kritischer zu beurteilen. – Unglaublich, aber wahr ist, dass in der IHK Koblenz nach ‘Prüfung nicht bestanden’ ein IHK-eigenes Ausbilderseminar als bessere Alternative vorgeschlagen wurde. – Dieser spezielle Fall endete jedoch mit ‘Ausbildereignungsprüfung annulliert‘.)

Teilnehmer, die angegeben haben, nicht an einer solchen Vorbereitung teilgenommen zu haben, beklagen sich hin und wieder, dass sie wohl auch deshalb im praktischen Teil der Ausbildereignungsprüfung durchgefallen sind. (Ausbilderprüfung leider nicht bestanden.)

 

Welches ist der klassische Weg zur Ausbildereignungsprüfung?

Jahrzehntelang hatten sich die Prüflinge durch Teilnahme an so genannten Ausbilderseminaren in Präsenzveranstaltungen auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereitet. Diese Seminare tragen häufig die Bezeichnung ‘Ausbildung der Ausbilder’.

  • Die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) empfohlene Lehrgangs- / Seminardauer beträgt 115 Stunden!
  • Seminare der IHKs dauern im Normalfall zehn Werktage – jeweils von 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr. (Das ist zum Beispiel die Zeitangabe IHK Köln.)
  • Inzwischen haben einige IHKs so genannte Kompakt- oder Crashkurse eingeführt: mit mindestens 70 Stunden Zeitaufwand.
  • Einige Unternehmen haben es durch ein straffes Seminarkonzept geschafft, die Zeit ihrer internen Seminare zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung plus die Allein-Lernzeiten auf etwa 50 Stunden zu senken. Beispiel: das Ausbilderseminar der Provinzial-Versicherung.

 

Wie sieht der moderne Weg zur Ausbildereignungsprüfung aus?

In Zeiten von PC / Mac, Tablet und Smartphone haben sich AEVO-Onlinekurse längst als attraktive Alternative zu herkömmlichen Präsenz-Seminaren entwickelt.

Manche AEVO-Onlinekurse bieten leider keinerlei persönliche Betreuung der Lernenden an. – Wichtig ist für die Lernenden jedoch mindestens ein individuelles detailliertes Feedback zum erstellten Unterrichts-Konzept. Denn wenn schon das Unterweisungskonzept nicht in Ordnung ist, ist das Bestehen der praktischen Prüfung stark gefährdet.

Für den “AEVO-OnlineKurs der AEVO-Experten” sprechen besonders viele gute Gründe! – Teile dieses AEVO-OnlineKurses können Sie sogar kostenfrei nutzen.

 

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