Ausbildereignungsprüfung IHK Hannover

Die IHK Hannover schloss bis Mai 2014 bei der Ausbildereignungsprüfung von vorherein das Recht des Prüflings aus, sich für die ‘Durchführung einer Ausbildungssituation’ (Unterweisung) zu entscheiden, siehe die folgenden zwei Abbildungen. 

IHK Hannover, rechtswidrige AdA-Prüfung

Das Verbot der ‘praktischen Durchführung’ zur Ausbildereignungsprüfung gilt nun auch in der IHK Hannover NICHT mehr.

mehrere Jahre lang: rechtswidrig durchgeführte Ausbildereignungsprüfung IHK Hannover

Das rechtswidrige Verbot der ‘Durchführung’ bei der Ausbildereignungsprüfung gilt nun NICHT mehr.

Am 18. März 2014 hatte ich beim ‘Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr’ folgende Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht:

Guten Tag,

das Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ist laut Impressum der IHK Hannover die zuständige Aufsichtsbehörde.

Ich lege hiermit eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die IHK Hannover wegen rechtswidrigem Verhalten in Verbindung mit § 4 AEVO ein.

Begründung:

Die IHK Hannover schließt von vorherein das Recht des Prüflings aus, sich für die praktische ‘Durchführung einer Ausbildungssituation’ (anstelle einer ‘Präsentation’) zu entscheiden, siehe Seite 2, Absatz 2:

http://www.hannover.ihk.de/fileadmin/data/Dokumente/Themen/Aus-_und_Weiterbildung/Fortbildung/Hinweise_zur_Beachtung.pdf  

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilten, ob und ggf. wie Sie gegen diese beanstandete Prüfungsdurchführung der betr. IHK vorgegangen sind.

Beste Grüße aus Waldbröl
Reinhold Vogt

Anmerkung: Die genannten PDF wurde nach der Fachaufsichtsbeschwerde korrigiert.

Am 7. Mai 2014 habe ich von der Aufsichtsbehörde die Antwort erhalten. Danach …

  • … sei “die Sichtweise der IHK Hannover nachvollziehbar und rechtlich nicht bedenklich”.
  • … werde “die IHK Hannover zukünftig den Prüflingen die Option einräumen, zwischen Präsentation und praktischer Durchführung einer Ausbildungssituation zu wählen.”

Anmerkung: Wäre die Sichtweise der IHK Hannover tatsächlich “rechtlich nicht bedenklich”, hätte sich die Aufsichtsbehörde klarer ausgedrückt (zum Beispiel “entspricht 100%-ig der Rechtslage”) und es hätte keinen Grund dafür gegeben, dass die IHK Hannover nun ihr Verhalten geändert hat …

Präsentation oder Durchführung für den AdA-Schein

Den kompletten Wortlaut der mir per eMail-Anhang zugestellten Antwort können Sie hier aufrufen (drei Seiten, deshalb eine etwas längere Ladezeit).

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Ende Mai 2014 hat die IHK Hannover innerhalb der betreffenden PDF folgenden Passus veröffentlicht: 

Schikane zur AdA-Prüfung, IHK Hannover

unzulässige Schikane zur Ausbildereignungsprüfung bei der IHK Hannover

Die hierdurch aufgebaute formale Hürde (“schriftlich” – “mit Angabe des Themas” – “spätestens am …”) halte ich für eine unzulässige Schikane im Zusammenhang mit den dort durchführten Ausbildereignungsprüfungen. – Den Prüflingen, denen es die IHK Hannover eventuell wegen eines Verstoßes gegen diese Formvorschrift verweigert, die ‘praktische Durchführung einer Ausbildungssituation’ (Unterweisung) zu wählen, empfehle ich den Widerspruch und die Fachaufsichtsbeschwerde bei der Aufsichtsbehörde

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Am 28. Mai 2014 erhielt ich folgende eMail:

Sehr geehrter Herr Vogt,

ich bereite mich gerade auf meine praktische AEVO-Prüfung an der IHK Hannover vor und bin dabei auf Ihre Internetseite gestoßen.

Mit großem Interesse habe ich gelesen, dass es illegal ist, das Unterweisungskonzept  zu bewerten. Auch uns wurde gesagt, dass das Konzept 50% (=50 Pkt) der mündlichen Note sind. Davon entfallen allein 7 Punkte (von 50 möglichen) auf die Gestaltung des Konzepts. Ist dies dann nicht auch rechtswidrig?

Mit freundlichen Grüßen,
(der Name wurde genannt)

Meine Antwort hierauf:

Hallo, …

die Bewertung des Unterweisungsentwurfs ist seit bereits etwa fünf Jahren nicht mehr vorgesehen. Vielleicht hat sich das noch nicht bis zu den Dozenten Ihres AEVO-Vorbereitungsseminares herumgesprochen 😉

Die Vorlage eines Unterweisungsentwurfs darf jedoch weiterhin ‘verlangt’ werden (Ich persönlich halte ein solches Verlangen für inkonsequent / unlogisch.); es gibt mindestens eine IHK, die ausdrücklich keinen Unterweisungsentwurf vorgelegt bekommen möchte. – Ich rate allerdings jedem meiner Seminarteilnehmer, unbedingt einen guten Entwurf zu erstellen; denn es ist die Grundlage für eine gute ‘Durchführung’ (bzw. für eine gute ‘Präsentation’).

 >  Ist dies dann nicht auch rechtswidrig?

Ja!

Gibt es denn eine ‘offizielle’ und aktuelle Unterlage der IHK Hannover zur Ausbildereignungsprüfung, aus der hervorgeht, dass das Unterweisungskonzept bewertet wird?

Beste Grüße
Ihr Reinhold Vogt

Antwort des Prüflings:

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Unsere Dozentin ist auch Prüferin (u. a. auch bei unserer AdA-Prüfung) und sie hat uns das so erklärt. Ein offizielles Dokument gibt es meines Erachtens nach nicht.

Mit freundlichen Grüßen,
(der Name wurde genannt)

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Am 20. März 2015 erhielt ich die Nachricht, dass die IHK Hannover in einer aktuellen PDF noch immer die ‘Durchführung einer Ausbildungssituation’ ausschließt. Da es sich bei dieser PDF nur um eine organisatorische / kommunikative Panne der IHK Hannover handeln könnte, hatte ich die IHK (per eMail) gebeten, den Text der PDF an die gültige Rechtslage anzupassen und mir anschließend die Korrekturen zu bestätigen.-  Sehen Sie hier die zwei zu beanstandenden Textstellen:

IHK Hannover: Ausbildereignungsprüfung - Präsentation

Die IHK hat nicht das Recht, die Prüflinge bei der Ausbildereignungsprüfung auf die Präsentation einzuengen.

IHK Hannover: Ausbildereignungsprüfung - Durchführung einer Ausbildungssituation (Unterweisung)

Die IHK Hannover verschweigt, dass die Prüflinge bei der Ausbildereignungsprüfung das Recht (nach AEVO) haben, alternativ die Durchführung einer Ausbildungssituation (Unterweisung) zu wählen.

 Die IHK hat schnell (am selben Tag) reagiert:

Sehr geehrter Herr Vogt,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die von Ihnen erwähnte Broschüre gelöscht. 

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Im Sept. 2016 erhielt ich den Anruf einer Trainerkollegin, die sich mit mir über der Rechtmäßigkeit des Prüfungsverfahrens bei der IHK Hannover austauschen wollte. Sie erzählte mir, dass die IHK Hannover sich weigere, die 4-Stufen-Methode (= eine der Möglichkeiten für die ‘Durchführung einer Ausbildungssituation’ / ‘Unterweisung’) im praktischen Prüfungsteil zuzulassen; zulässig sei ohnehin nur die ‘Präsentation einer Ausbildungssituation’.

So sehen die Hinweise der IHK Hannover zur AEVO-Prüfung aus (Okt. 2016):

ihk-h-konzept

Diese Hinweise erwecken den Eindruck, dass die IHK Hannover den Prüflingen noch immer das Wahlrecht zwischen ‘Präsentation’ und ‘Durchführung’ verweigert. Die Aussagen sind aber nicht klar genug, um gegen die ‘gefühlte Rechtswidrigkeit’ per Fachaufsichtsbeschwerde vorzugehen; hierfür bräuchte es eine eindeutigere belegbare Aussage der IHK Hannover.

Gegenüber der Begründung der IHK Hannover hinsichtlich der Sinnhaftigkeit der ‘Präsentation’ stelle ich gerne meine gegenteilige Auffassung dar.

Zur Formulierung der IHK Hannover “… das ist kaum durchführ- und begründbar …” weise ich darauf hin, dass (fast) alle anderen IHKs gegenteiliger Meinung sind …

 

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